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TeamTalk - Server Tutorial ( Beschreibung und Installation ) |
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| Deutsche Installationsanleitung für den TeamTalk-Daemon unter Linux
1. Was ist TeamTalk?
TeamTalk ist, ähnlich wie das leicht zu verwechselnde und weit verbreitete TeamSpeak, eine Client/Server-basierte Voice-Conferencing-Software. Alle Teilnehmer müssen sich mit dem TeamTalk-Client zu einem Server verbinden, um mit anderen auf diesem Server sprechen zu können. Im Gegensatz zu TeamSpeak verfügt teamTalk jedoch über eine wesentlich bessere Sprachqualität und verbraucht trotzdem nur unwesentlich mehr Bandbreite. Selbst wenn im Client eine niedrige Sprachqualität eingestellt ist, schlägt TeamTalk die mittlerweile ein halbes Jahrzehnt alte Konkurrenz um Längen. Weiterhin machen Features wie das individuelle Anpassen der Lautstärke von Teilnehmern, 3D-Audioumgebung sowie der Austausch von Dateien TeamTalk zu einer interessanten Alternative.
Leider ist TeamTalk bislang noch auf Windows festgelegt, es wird jedoch bereits an einem Client für Linux gearbeitet. Der Server ist als Linux-Daemon sowie als NT-Service unter Windows verfügbar.
Auf der Webseite Bearware.dk können client und Server heruntergeladen werden.
Im Folgenden beschreibe ich die Einrichtung des Daemons auf Linux-Umgebungen. Getestet wurde sie auf Opensuse 10.3 und 11.1. Bei anderen Distributionen können einzelne Punkte leicht abweichen.
2. Konfigurationsdatei anpassen
Der TeamTalk-Daemon für Linux ist bereits vorkompiliert und kann ganz einfach in ein Verzeichnis auf dem Server entpackt werden. Z. B.:
tar -xf /pfad/zur/teamtalkd-3.5.4-i386.tar.gz
Danach die korrekten Schreibrechte nicht vergessen, TeamTalk muss auf das Verzeichnis vollen Zugriff haben, in dem es ausgeführt wird.
Nach dem Hochladen und entpacken des TeamTalk-Paketes auf dem Server kann die Konfiguration durch Aufruf von ./tt3serverconf TeamTalkService.xml gestartet werden. Schritt für Schritt wird man durch die Konfiguration geführt, was meistens eine Interaktion von Yes und No ist und binnen weniger Minuten erledigt ist. Wer des Englischen nicht mächtig ist, kann auch die datei TeamTalkService.xml von Hand bearbeiten. Hier aber auf den Zeichensatz der Datei achten. Sie muss mit einem UTF8-fähigen Editor bearbeitet werden (nicht Windows Notepad).
Im Folgenden sind die einzelnen Variablen erklärt. Kommentare sind mit <!--Kommentar--> gekennzeichnet. Grundsätzlich gilt für das Ändern der Variablen die XML-Syntax. Alles zwischen <variable> und </variable> kann angepasst werden. Für das Aktivieren bzw. Deaktivieren einer Funktion werden die Werte true (eingeschaltet) und false (ausgeschaltet) verwendet.
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<teamtalk version="3.5">
<hosting>
<!--Server-Name, der im sogenannten Root-Channel angezeigt wird-->
<server-name>Mein TeamTalk-Server</server-name>
<!--Passwort zum Betreten des Servers. Leer lassen, falls der Server jedem zugänglich sein soll-->
<server-password></server-password>
<!--Willkommensnachricht, die beim Betreten des Servers im Chatfenster angezeigt wird. Folgende Variablen können benutzt werden:
%users% - Anzahl Benutzer, die gerade online sind.
%admins% - Wie viele Administratoren gerade online sind.
%lastuser% - Name des zuletzt online gegangenen Benutzers
%uptime% - Wie lange der Server bereits läuft.
%voicetx% - Anzahl bisher vom Server übermittelter Daten in Kilobytes.
%voicerx%- Anzahl bisher vom Server empfangener Daten in Kilobytes.
<motd>Willkommen auf meinem Server! Na Leute, alles fitt?</motd>
<!--Maximale Login-Versuche, bevor die IP-Adresse eines Benutzers gesperrt wird. 0 = ausgeschaltet-->
<login-attempts>0</login-attempts>
<!--Der zu verwendende TCP-Port-->
<hostport>10300</hostport>
<!--Der UDP-Port-->
<soundport>10301</soundport>
<!--Hier wird eine IP-Adresse angegeben, an die der Server gebunden werden soll. Auf Linux-Systemen mit mehreren Interfaces (V-Server etc) muss der Wert ausgefüllt werden-->
<bind-ip>127.0.0.1</bind-ip>
<!--Maximale Anzahl gleichzeitiger Benutzer auf dem Server. Generell liegt die Begrenzung bei 1000-->
<max-users>100</max-users>
<!--Nutzer dürfen Benutzer-Anzahl in anderen Channels sehen-->
<show-all-users>true</show-all-users>
<!--Dürfen Channels erstellt werden?-->
<allow-channel-creation>true</allow-channel-creation>
<!--Dürfen Benutzer zu Channel-Operatoren werden`?-->
<allow-operators>true</allow-operators>
<!--Dürfen Benutzer Channel-Kommandos benutzen (z. B. /help)-->
<allow-channel-commands>true</allow-channel-commands>
<!--Dürfen Benutzer Sprachnachrichten(?) senden (noch nicht vom TT-Client unterstützt, daher ignorieren)-->
<allow-client-broadcast>false</allow-client-broadcast>
<!--Dürfen Benutzer sich am Server registrieren? Diese Option kann die Leistung des Servers stark beeinträchtigen.-->
<allow-subscriptions>false</allow-subscriptions>
<!--Anzahl Sekunden, nach der ein BEnutzer wegen Inaktivität vom Server getrennt wird (z. B. bei ungewolltem Verbindungsverlust, gilt aber nicht für Sprechpausen)-->
<user-timeout>60</user-timeout>
<!--Remote-Zugang einschalten?-->
<admin-enabled>true</admin-enabled>
<!--Benutzerdaten für den Remote-Zugang-->
<admin-username>admin</admin-username>
<admin-password>geheim</admin-password>
<!--Im folgenden Abschnitt werden die IP-Adressen angegeben, von denen aus auf den Adminbereich zugegriffen werden kann. Leer lassen, falls sich jede IP als Admin verbinden kann.-->
<admin-access>
<!-- <ip>127.0.0.1</ip> -->
<!-- <ip>192.168.0.1</ip> -->
</admin-access>
<!--Passwort, um sich Operator-Status zuzuweisen. Leer lassen, um die Funktion auszuschalten.-->
<op-me-password></op-me-password>
<!--Benutzer-Ereignisse protokollieren?-->
<server-logging>false</server-logging>
<!--Pfad zum Speicherordner für den Datei-Austausch. Leer lassen, um die Funktion zu deaktivieren.-->
<files-root>/home/teamtalk/files</files-root>
<!--Anzahl Bytes für dynamisch erstellte Channels (vom User erstellt)-->
<channel-diskquota>0</channel-diskquota>
<!--Anzahl Bytes, die der Server für Datei-Uploads benutzen darf.-->
<max-diskusage>0</max-diskusage>
<!--Thema des Root-Channels-->
<root-topic>Willkommen</root-topic>
<!--Operator-Passwort für den Root-Channel-->
<root-oppassword></root-oppassword>
<!--Anzahl Bytes für den Datei-Austausch im Root-Channel. 0 bedeutet deaktiviert-->
<root-diskquota>0</root-diskquota>
<!--Statische Channels (können später auch über den Admin-Zugang eingerichtet werden)-->
<static-channels>
<!-- <channel> -->
<!-- <name>Channel A</name> -->
<!-- <password>secret</password> -->
<!-- <topic>Theme für Channel A</topic> -->
<!-- <diskquota>1000000</diskquota> -->
<!-- <op-password>rrrrr</op-password> -->
<!-- <max-users>128</max-users> -->
<!-- <channel> -->
<!-- <name>subchannel</name> -->
<!-- <password></password> -->
<!-- <topic>Thema für Subchannel</topic> -->
<!-- <diskquota>0</diskquota> -->
<!-- </channel> -->
<!-- </channel> -->
</static-channels>
</hosting>
</teamtalk>
3. Server starten
Nach dem Speichern der Konfiguration kann der Server mit einer der folgenden Optionen gestartet werden:
./teamtalkd -d
- Startet den TeamTalk-Server als Daemon
./teamtalkd -nd
- Startet den server als Konsolenanwendung (non-daemon)
Befindet sich die Konfigurationsdatei und die Logdatei in einem anderen Verzeichnis, muss zusätzlich die Option -wd gefolgt vom Ordnerpfad angegeben werden. Ohne diese Option sucht TeamTalk in dem Verzeichnis, wo es sich gerade befindet nach den Dateien. Mit dem Befehl ./teamtalkd --help können weitere Optionen angezeigt werden, um z. B. Variablen aus der Konfigurationsdatei zu überschreiben (Ports etc)
4. TeamTalk-Daemon automatisch starten
Die folgende Prozedur kann von System zu System abweichen. Um den Server bei jedem Systemstart automatisch starten zu lassen, legen wir zunächst eine Datei mit folgendem Inhalt an:
#TeamTalk server daemon shell script
#Absoluter Pfad zum TeamTalk-Ordner
TEAMTALKDPATH=/home/teamtalk
cd $TEAMTALKDPATH
#In der folgenden Zeile hinter -wd nochmals den Pfad anpassen
./teamtalkd -d -wd /home/teamtalk
Diese Datei wird unter dem Namen teamtalkd.sh und mit den entsprechenden Zugriffsrechten (755) in das Verzeichnis /etc/init.d gespeichert.
Damit Linux weiß, dass es TeamTalk beim Hochfahren starten soll, wechseln wir nun in das Verzeichnis /etc/rcN.d (wobei N die Nummer des momentanen Runlevels ist). Als Root bekommt man den Runlevel durch den Befehl "runlevel" angezeigt.
Abschließend muss noch ein symbolic link erstellt werden:
ln /etc/init.d/teamtalkd.sh -s S90teamtalkd
Bitte beachten, dass Systemdienste in alphabetischer Reihenfolge gestartet werden. TeamTalk sollte daher eine möglichst hohe Nummer bekommen. S90 bedeutet, dass TeamTalk erst nach den Netzwerkdiensten gestartet wird.
Nun Linux neu starten und auf das beste hoffen. :-)
5. Schlusswort
Ich hoffe, dass nach dieser Anleitung eure Server keine Neuinitialisierung nötig hatten und mein Leben nicht von wütenden Mails und düsteren Typen vor meinem Haus bedroht wird. :-D Da ich bei weitem kein Linux-Experte bin, gebe ich keinerlei Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen. Da ich aber lernen will, dürft ihr mich selbstverständlich gern in meinen Ausführungen berichtigen.
Viele Grüße, euer Steffen alias Schulle. |
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